Linda Kuhn

»DAS ERNSTE ZELT«

Sascha Brylla
Marlene Zoe Burz
Matthias Esch
Manuel Kirsch
Linda Kuhn
Martin Maeller
Chrischa Venus Oswald
Björn Streeck



Eröffnung 28.07.2017, 18–21 h

31.07.2017 – 18.08.2017
Öffnungszeiten
Montag – Freitag 12–20 h
Nicht geöffnet 04.08.2017 & 07.08.2017

Humboldt Carré
Behrenstrasse 42
10117 Berlin

Das Humboldt Carré freut sich, anlässlich des 2. Kunstsommers 2017 unter dem Titel »Das Ernste Zelt« eine Gruppenausstellung anzukündigen. Die teilnehmenden KünstlerInnen sind MeisterschülerInnen der Kunsthochschule Berlin-Weißensee & eingeladene FreundInnen, die gemeinsam die Tagungs- und Konferenzräume in eine Art Ausstellungs-Parcour verwandeln.

»Das Ernste Zelt« fragt sich, welche Rolle Räume als Rahmen für Inhalte spielen und wie diese rezipiert und interpretiert werden. Das Zelt ist womöglich die älteste Form eines menschlichen Schutzbaus gegen die Widrigkeiten der Natur. Bereits in der Altsteinzeit sind einfache, mobile Sommerzelte nachgewiesen. Heutzutage verbindet man mit der Verwendung eher Notunterkünfte, die Camping-Saison oder Partys jedweder Art.

Mit dem Aufstellen eines gewöhnlichen Plastikzeltes in das Konferenz- und Eventzentrum entsteht ein Schutz vor dem Tine-Wittler-mäßigen-Latte-Macchiato-Anstrich. Die Kombination aus Skulpturen, Malerei, Zeichnung und Fotografie zeigt einen Alternativvorschlag für Kunstpräsentation. Durch das bewusste Ignorieren und das Einschleusen externer Präsentationsflächen wird die vorherrschende Innenarchitektur auf die Probe gestellt.

Die Frage, ob ein Raum überhaupt der richtige oder der falsche Ort für etwas sein kann, hat sich spätestens seit der berühmt-berüchtigten Bierzeltrede von Angela Merkel erübrigt. Die Unabhängigkeit der EuropäerInnen in einem CSU-Parteitag-Bierzelt zu fordern, zeigt im most-german-way-possible, wie kompliziert das Thema Raum – nicht nur für die Kunst – ist.

Die Ausstellung zeigt ein Experiment, jenseits von pragmatischen Flip-Charts, Beamerwänden, Stühlen und Stehtischen oder künstlichen Zitronenbäumchen. Es hinterfragt die Methoden der EinrichtungsexpertInnen, die Orte wie das Humboldt Carré zweckmäßig gestalten. »Das Ernste Zelt« begibt sich in Abhängigkeit zu scheinbar kunstfeindlichen, kontextbasierten Räumen und fordert die Suche, im ehrwürdigen Gebäude neben der Kunst auch das zu entdecken, was zwischen Ausstellung und Raum Unterkunft gefunden hat.