Linda Kuhn

FLOW, 2015


1) 90 x 86 x 66 cm, Buche,
Puzzle, 1000 Teile, 50 x 70 cm
2) 80 x 86 x 66 cm, Buche,
Puzzle, 1000 Teile, 50 x 70 cm
3) 70 x 86 x 66 cm, Buche,
Puzzle, 1000 Teile 50 x 70 cm


Die Installation FLOW befasst sich mit dem Thema Tätigkeitsfreude. Das „völlige Aufgehen in einer Tätigkeit“ beschreibt Csikszentmihalyi als flow. Dabei geht es meist um Tätigkeiten, bei denen sich bestimmte Vorgänge wiederholen, wie beispielsweise beim Puzzeln. Das flow-Erlebnis wird meist bei Tätigkeiten festgestellt, welche jenseits der Logik von Erfolg, Macht und Anerkennung funktionieren. Die Regeln von Puzzeln sind eindeutig und es gibt ein Ziel, welches mit ziemlicher Sicherheit erreicht wird. Die Sicherheit, ans Ziel zu kommen und der Erfolgsmoment der Fertigstellung, sind Anreize der Tätigkeit. Dieser Prozess und die Motivation sind, meines Erachtens, ein symptomatisches Bild für gesellschaftliche Situationen und Verhaltensweisen unserer Zeit.


Die Installation besteht aus drei Buchenholzkonstruktionen, auf denen jeweils ein Puzzle liegt. Das erste Puzzle bildet kopierte Text aus dem Buch „Das Flow-Erlebnis“ von Csikszentmihalyi (1992) ab. In dem Text wir allgemein erläutert, wie es zum flow-Erlebnis kommen kann. Das zweite Puzzle zeigt Grafiken zu dem gleichen Thema. Beispielsweise werden in dem Kapitel „Risiken und Chancen der Freizeit“ verschiedene Grafiken zur Freizeitgestaltung abgebildet, sowie Grafiken über Verteilungen von Tätigkeiten und Flow-Erleben im Verhältnis zu Langeweile und Angst. Außerdem geht es in einem Kapitel um „Frauen, Arbeit und flow“. Das dritte Puzzle bildet die Einleitung des Buchs „Performanzen des Nichtstuns“ von Gronau und Lagaay 2008 ab. Im Kontrast zur bewussten Entscheidung, die Freizeit zu gestalten, geht es hier um das Unterlassen von Handlungen und wie auch das Nichtstun performativ wirksam gemacht werden kann.